Patrick Breitenbach Weblog

Der große intergalaktische Snapchat Checkup: Brauche ich den neuen heißen Shice eigentlich für mein Business?

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Hurrah! Hurrah! Snapchat ist nun auch mit einigen Jahren Verzögerung in der Wahrnehmung des deutschen Ottonormalinternetbenutzers da!
(Und feiert seit einigen Wochen eine Marketingfachpresseveröffentlichung nach der anderen. Es gibt ja auch sonst nicht viel mehr branchenrelevantes zu berichten. Außer der ein oder andere Content Marketing Beef zwischen Content Marketing Dienstleistern).

Snapchat ist damit offiziell zum neuen heißen Shice der deutschen Digital Social Media und Gedönsszene avanciert und schon poppen emsig „Best Cases“, „How tos“ und von Männern nur so strotzende Top-10-Listen von sogenannten Snapchat-Meinungsführern auf, wie kleine drollige gelbe  Maiskörner, die viel viieeeel zu lange in einem Gefäß mit heißem Öl gebadet wurden.

A propos zu heiß gebadet: Wenn Menschen Fieber haben, wehrt sich der betroffene Organismus gegen eine bestimmte Infektion. Dann ist es meistens etwas virales. Da hilft dann oft nur noch Abkühlung, Karantäne und Kamillentee.

Bevor sie also ebenfalls fiebrig darüber nachdenken, ob, wie, wo, was, warum und wann sie Snapchat künftig in ihren bereits jetzt schon phänomenal aufgestellten Marketing-Mix integrieren MÜSSEN – WEIL SONST IHRE GANZE WELT UNTERGEHT!1!!1!, helfe ich Ihnen gerne dabei einen kühlen Kopf zu bewahren. Lassen Sie uns doch einfach mal gemeinsam einen gründlichen Checkup machen.* (Es tut auch ganz bestimmt nicht ganz so doll weh, wie sie vielleicht erwarten würden. Und als Kassenpatient ist diese Diagnose sogar kostenfrei!).

Wenn sie auf keine der folgenden Fragen berherzt mit „Ja“ antworten können, dann atmen Sie wieder tief durch und gehen Sie zurück zu Ihrem Kerngeschäft und lassen Sie Snapchat einfach ein nettes Tool sein, woran viele Menschen ihren Spaß haben, es Sie aber keinen Schritt weiter in ihrer strategischen Unternehmenskommunikation bringen wird.

1. Sind Sie MedienmacherIn oder betreuen Sie eine Medienmarke oder glauben Sie irgendwas mit Medien zu machen?

2. Sind Sie sehr prominent und haben zahlreiche Fans oder besser sogar noch ein paar Stalker?

3. Sind Sie irgendwie irgendwo in der Sexindustrie verortet? Oder betreiben sie ein auf Voyeurismus basierendes Geschäftsmodell?

4. Sind sie eine richtige ratternde Abverkaufsmaschine, die täglich Discountcodes und Rabattmarken um sich schleudert?

5. Sind Sie kreativ? Also ich meine so richtig kreativ? Also sind sie KünstlerIn, MusikerIn, FilmemacherIn etc.?

6. Organisieren Sie gigantöse Live-Events, die schon in wenigen Sekunden restlos ausverkauft sind oder so exklusiv, dass dort  glitzernde Statuen oder andere phallische Skulpturen verliehen werden und zu denen vor allem NICHT der Pöbel eingeladen wird?

7. Experimentieren Sie als freshe, hippe Marke mit jeder Menge Budget gerne und vor allem sehr reativ mit neuen Medien und Medienformaten mit dem Ziel in der Fachpresse und in diversen Powerpoint-Präsentationen von diversen Social Media Beratern aufzutauchen, die sie dann als einen High Potential Super Early Adopter Best Case präsentieren und Sie dafür am Ende vielleicht sogar einen goldenen Löwe in Cannes einheimsen, für eine Kampagne, die niemand auf dem ursprünglichen Medienkanal gesehen hat, aber dafür eben in den erwähnten Fachpresseartikeln und besagten Social Media Powerpoint-Präsentationen aufpoppen?

Na? Wie sieht es aus? Wenn Sie eine der Fragen eindeutig mit „Ja“ beantworten konnten, dann lohnt es sich das Thema Snapchat weiter zu vertiefen. Fragen Sie aber bitte bitte bloß nicht mich, sondern vielleicht eher einen der Top-10 Snapchat-Meinungsführer-Experten.

* (Die ausführliche technische Erklärung von Snapchat spare ich mir an der Stelle. Das können andere Internetmenschen viel besser und ausführlicher als ich.)

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