Patrick Breitenbach Weblog

Es gibt nicht DEN Kapitalismus. Ich verstehe Kapitalismus als Religion.

Es gibt nicht DEN Kapitalismus.

Kapitalismus ist eher wie eine Religion. Die Religion ist eine Heilslehre, eine Orientierung zur eigenen Handlung und zum anderen dient sie manchen Akteuren dazu ihre ureigenen Herrschaftsinteressen in Breite durchzusetzen. Die Banken sind die Kirchen. Die Institute. Sie predigen was richtig und falsch ist, sie sammeln die Kollekte. Die Universitäten sind die Klöster, sie bereiten die theoretischen Grundlagen vor.

Es gibt Fundamentalisten in den verschiedenen Strömungen. Jeder behauptet von sich die richtige Auslegung gefunden zu haben. Jeder blendet irgendetwas aus, damit es in die eigene Theorie passt. Für die eigene Religion ist man sogar bereit Tote in Kauf zu nehmen und lieber stirbt und tötet man als die eigenen Überzeugungen aufzugeben.

Man versucht komplexe Lebensumstände in ein einfaches, triviales Wirtschaftsmodell zu packen und versucht andere zu überzeugen nach der eigenen Ausrichtung zu handeln. Man dreht und wendet die Propheten (Adam Smith, Karl Marx, Hayek, Keynes etc.) und ihre Schriften wie man will. Das Kapital steht am Ende immer über allem anderen, sozusagen als neuer Gott, der weit über den Menschen und seinen Beziehungen steht und unantastbar ist. Auslegungen und Regelwerke des Kapitalismus (Theorien und Erzählungen) diktiert unser tägliches Denken und Handeln.

Kapitalismus als Ideologie ist der Religion näher als wir manchmal vielleicht meinen. Ich persönlich würde mir ja einen atheistischen und ideologiefreieren Ansatz und damit eine humanismuszentrierte Auslegung des Kapitalismus wünschen. Und endlich einfach mal zugeben, dass wir Wirtschaft rein gar nicht vollständig verstanden – geschweige denn annähernd im Griff haben oder sogar einsehen dass es manche Akteure sind die ein Interesse daran haben Kapitalismus niemals in den Griff zu bekommen.

Wie auch bei den Religionen gilt: Nicht die Religion selbst ist das Problem. Sondern die Menschen die sie entsprechend in die eine oder andere Richtung ausüben und praktizieren. Die Menschen tragen die Verantwortung. Nicht das System. Nicht die Ideologie selbst.

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