Patrick Breitenbach Weblog

Freiheit = Sicherheit? Hmmmmm …

Die Erzählung “Sicherheit ermöglicht Freiheit” ist allgegenwärtig, politisch wirkmächtig und aus meiner Sicht aber äußerst fatal und irreführend.

Freiheit birgt für mich immer auch ein Risiko in sich. Mal ein Beispiel: Es ist verboten zu morden. Dennoch habe ich als Mensch immer die Freiheit das zu tun und muss mich jedoch gleichzeitig dem Risiko aussetzen erwischt und bestraft zu werden. Gleichzeitig zeigt dieses Beispiel, dass Gesetze, Überwachung und all die scheinbaren Sicherheitsmechanismen von Außen weder Sicherheit noch Freiheit garantieren können. Nur wenn wir prophylaktisch und radikal alle einsperren und voneinander abschotten würden, wären wir frei und sicher. Oder etwa doch nicht?

Wir sollten Freiheit daher nicht mit Komfort oder Risikominderung verwechseln.

Überwachung ist demnach nicht die Sicherung von Freiheit, und am Ende überhaupt keine Form von Sicherheit, sondern die versuchte Eingrenzung von Risiko und damit eine gleichzeitig angestrebte Erhöhung des gesellschaftlichen Komforts und natülich ein Komfort der politisch Verantwortlichen, die schließlich das Leben von Millionen von Menschen verantworten (aus ihrer Perspektive).

Sicher mag dieser Komfort, dieses Gefühl von Behaglichkeit auch neue Handlungsoptionen ermöglichen (und sie zugleich einschränken) aber mit dem großen Begriff der Freiheit hat das meines Erachtens wirklich nichts zu tun – ganz im Gegenteil.

Daher finde ich es wesentlich spannender zu fragen warum Menschen ihre Freiheit dazu verwenden andere Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Andere wiederum nicht. Schließlich gibt es noch andere Gründe nicht zu morden außer einer Gefängnisstrafe zu umgehen. Und warum wir immer noch glauben wir könnten diese Art des Freiheitsmißbrauches im Sinne des Humanismus von Außen absolut überwachen und kontrollieren.

Oder wie Erich Fromm in “Humanismus als reale Utopie” formulierte:

“Spinoza fragte nach Normen, die zu einer optimalen Entwicklung des Menschen führen, um jenen Freiheitsspielraum auszunutzen, der dem Menschen trotz der Tatsache verbleibt, dass er von Umständen determiniert wird, die er nicht beeinflussen kann. Der Weg dorthin bedeutet, kein Sklave irrationaler Leidenschaften mehr zu sein und nur jene Affekte zur Entwicklung zu bringen, die auf dem Boden innerer Freiheit erwachsen: Edelsinn und Willensstärke, allumfassende Liebe und kühnen Mut.”

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